Mini Code Training

1. Was ist „Mini Code Training“?

Die Bezeichnung „Mini Code Training“ existiert im Sprachgebrauch der notfallmedizinischen Ausbildung bisher nicht, ganz im Gegensatz zum „“Mega Code Training“. Mega Code bezeichnet einen Standardisierten Ablauf von Maßnahmen bei Abläufen bei einem Kreislaufstillstand inkl. erweiterter Maßnahmen.

Dem Sanitätshelfer steht jedoch nur eine medizinische Basisausstattung (Beatmungsbeutel, Sauerstoff, ggfls. Absauggerät) und eine geringere Ausbildung zur Verfügung. Die Bezeichnung „Mini Code Training“ steht daher für ein Reanimationstraining mit den Mitteln des Sanitätshelfers.

Die Durchführung der Reanimation unter Realbedingungen kann nicht mit dem Training an der vorbereiteten Anne mit bereitliegendem Beatmungsbeutel verglichen werden. Aber auch schon hier führt die Aufteilung der zu ergreifenden Maßnahmen nicht selten zur Verwirrung.

In einer Einsatzsituation wird diese Verwirrung noch ergänzt durch das Vorbereiten der Ausrüstung, dem Absetzen des Notrufes (und Einweisung des Rettungsdienst) und möglicherweise unzureichende Platzverhältnisse. Verwirrung der Helfer kostet jedoch Zeit; Zeit die nicht zur Verfügung steht!

Durch das Mini Code Training soll der Ablauf der Wiederbelebung und die Koordination der Maßnahmen im Team geübt werden. Der Zeitverlust zwischen Auffinden des Patienten und Durchführung von suffizienten Wiederbelebungsmaßnahmen kann so minimiert werden.

2. Was unterscheidet die HLW durch Laienhelfer von der Sanitätshelfer HLW?

Der Laienhelfer wird in der Technik der Ein – Helfer – HLW unterwiesen. Ihm stehen hierbei drei Hilfsmittel zur Verfügung:

> die Stimme, um laut um Hilfe zu rufen,

> der Mund, um die Atemspende durchzuführen, und

> die Hände, um die Herzmassage anzuwenden.

Der Sanitätshelfer beherrscht die HLW in der Zwei – Helfer – Methode. Die Durchführung der Beatmung wird durch einen Beatmungsbeutel erleichtert und durch zusätzliche Sauerstoffgabe effektiviert. Je nach Ausbildungsstand ist es außerdem möglich, die Atemwege mittels Absauggeräte freizumachen und durch Hilfsmittel (Guedel – Tubus) freizuhalten.

Während der Dienstausübung stehen dem Helfer außerdem Kommunikationsmittel zur Verfügung.

3. Reanimationsablauf „Mini Code“

Bei der Reanimation durch Sanitätshelfer wird davon ausgegangen, dass diese grundsätzlich im 2er Team arbeiten sollten. Dementsprechend ist der hier vorgestellte Ablauf auch auf ein 2er Team abgestellt.

Im Notfalleinsatz benötigt jedes Team einen Teamführer (Helfer 1). Dieser sollte entweder der besser ausgebildete Helfer oder bei gleicher Qualifikation, der zuerst am Patienten eintreffende Helfer sein.

Jede Reanimation beginnt mit dem auffinden einer Person. Bislang lag eine entsprechende Übungspuppe schon in perfekter Lage reanimationsbereit vor den Lehrgangsteilnehmern – diese Situation ist in der Realität nicht zu erwarten!

Notfallpatienten werden häufig im Sessel sitzend, im Bett oder auf dem Sofa liegend vorgefunden. Nach der Feststellung „nicht ansprechbar“ müssen diese zunächst in Rückenlage auf den Fußboden verbracht werden.

Wenn es die Situation erfordert (Patient hat Erbrochen), sollten die Helfer bereits jetzt Schutzhandschuhe tragen.

Nun erfolgt die erste Arbeitsteilung: Nach Feststellung „Person nicht ansprechbar“ durch Helfer 1 sorgt Helfer 2 für die Alarmierung von RD und NA (Funk, Handy oder durch Passanten). Er sorgt weiterhin dafür, dass die Einweisung des RD sichergestellt ist.

Helfer 1 kontrolliert in der Zwischenzeit die Atemwege und führt den diagnostischen Block durch (Atem- und Pulskontrolle).

Hat Helfer 1 sicher den Kreislaufstillstand festgestellt, bereitet er Beatmungsbeutel und Sauerstoff vor und legt evtl. einen Guedel – Tubus ein und beginnt mit zwei langsamen Beatmungen.

Helfer 2 macht den Oberkörper frei und sucht den Druckpunkt.

Anschließend erfolgt die Durchführung der HLW im Verhältnis 1:5.

Die HLW wird ohne Pulskontrolle bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortgeführt.

Der hier vorgeschlagen HLW – Ablauf geht vom Idealfall aus, dass den Helfern eine eigene Kommunikationsausrüstung zur Verfügung steht, ferner weitere Personen die Einweisung des Rettungsdienstes übernehmen könnten.

Sollte diese Möglichkeit nicht bestehen, liegt die Verantwortung von Helfer 2 darin, Notruf und schnelles Auffinden des Notfallortes durch den Rettungsdienst zu gewährleisten. Helfer 1 muss in diesem Fall die HLW in Ein – Helfer – Methode durchführen.

4. Gerätemanagement

Die Qualifikation als Sanitätshelfer führt dazu, dass im Notfalleinsatz Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die ein Laienhelfer nicht anwenden kann. Bei einer Reanimation sollten standardmäßig folgende Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung stehen:

Notfallkoffer
Sauerstoff
Absauggerät.

Die Hilfsmittel sollten so am Patienten positioniert werden, dass zwei Dinge gewährleistet sind:

schneller Zugriff,
keine Behinderung.