Die Euro-Norm für Rettungsfahrzeuge

Seit Oktober 1999 gibt es die neue DIN EN 1789, die die alte DIN 75080 (Ausstattung von Krankenkraftwagen) vollständig ablöst. Die neue DIN EN gilt demnach für alle Rettungsfahrzeuge, die nach diesem Datum erstmals in Dienst gestellt wurden.
In der neuen DIN EN werden nicht nur die medizinische Ausstattung der jeweiligen Rettungsfahrzeuge geregelt, sondern u.a. auch die Abmessungen der einzelnen Fahrzeugräume, die Fahrzeugbeschaffenheit sowie die Abringung von Medizingeräten und die Haltesicherheit der Komponenten im Fahrzeugraum bei einem Unfall.

In der neuen DIN EN gibt es 3 Gruppen von Fahrzeugen, wovon die erste wiederum in 2 Gruppen untergeteilt ist:

  • Typ A1: Krankenwagen, geeignet für den Transport eines einzelnen Patienten
  • Typ A2: Krankenwagen, geeignet für den Transport eines oder mehrerer Patienten (auf Krankentrage(n) oder -sessel(n))
  • Typ B: Notfallkrankenwagen
  • Typ C: Rettungswagen
  • Medizinische Ausstattung der einzelnen Fahrzeugtypen:

    Krankenwagen Typ A1

    –> Für den Transport eines einzelnen Patienten (bisher in Deutschland nicht eingesetzt).
    Meist Kombi oder Grossraum-Limousine
    Länge des Patientenraumes mind. 2 m; Höhe mind. 1,4 m
    Med. Ausstattung: sehr gering, im Wesentlichen nur Trage, Tragestuhl, Tragetuch, tragbares Sauerstoffinhalationsgerät, manuelles Absauggerät, Feuerlöscher, Verbandmittel ,Infusionshalterung, Funk.
    Zusätzlich empfohlene, aber nicht verpflichtend vorgeschriebene Ausstattung: U.a. Beatmungsbeutel, Defibrillator, Notgeburtbesteck.

    Krankenwagen Typ A2

    –> Für den Transport eines oder mehrerer Patienten mit Krankentrage und/oder Tragestuhl.
    (sehr ähnlich dem bisherigen dt. KTW)
    Länge des Patientenraumes mind. 2,4 m
    Med. Ausstattung: Wie ehem. dt. KTW, nur z.B. ohne RR-Messgerät, Vakuummatratze, Infusionen; Mit tragbarem Sauerstoffgerät, sonstige sowie empfohlene Ausstattung wie in Typ A1

    Typ B: Emergency Ambulance (EA)

    –> Für den Transport, die Erstversorgung und Überwachung von Patienten.
    „Notfallkrankenwagen“ (ähnlich dem ehem. dt. RTW, nur im Innenraum kleiner, daher fallen jetzt auch z.B. MB „hoch-lang“ und MB Sprinter ohne Hochdach in diese Gruppe)
    Länge des Patientenraumes mind. 2,4 m; Höhe mind. 1,6 m
    Med. Ausstattung: z.B. Trage, Tragestuhl, Schaufeltrage, Vakuummatratze, Schienungsmaterial, Halskrausen, Sauerstoffanlage im Fahrzeug und tragbare Sauerstoffinhalationseinheit, Beatmungsbeutel, Absauggerät, RR-Manschette, Pulsoximeter, Infusionen u. Zubehör sowie Wärmebox für Infusionen, EKG, Defibrillator, tragbare Notfallausrüstung (u.a. mit Beatmungsbeutel, Absaugung etc.), Magenspülset, Verbandmittel, tragbares und stationäres FuG.
    Zusätzlich empfohlene, aber nicht verpflichtend vorgeschriebene Ausstattung: U.a. Spinboard, Medikamente

    Typ C: Mobile Intensive Care Unit (MICU)

    —> Für den Transport, die erweiterte Versorgung, Behandlung und Überwachung von Patienten.
    „Rettungswagen / Notarztwagen“
    Med. Ausstattung: Wie Typ B, zusätzlich u.a. externer Herzschrittmacher, erweiterte tragbare Notfallausrüstung (u.a. mit Infusionen u. Zubehör, Intubation, Medikamenten, Beatmungsbeutel u. Zubehör), Thoraxdrainage, Pericardpunktions-Satz, ZVK, PEEP-Ventil, automat. Beatmungsgerät, Spritzenpumpe.
    Zusätzlich empfohlene, aber nicht verpflichtend vorgeschriebene Ausstattung: U.a. Kapnometer

    Für die Notfallrettung kommen demnach die Typen B und C in Frage. Da die Nutzung des Typs B innerhalb der Notfallrettung in Deutschland eine massive Verschlechterung des bisherigen Standards bedeuten würde fordern mittlerweile mehrere Gremien (u.a. die „Ständige Konferenz für den Rettungsdienst), dass in Deutschland ausschliesslich der Typ C in der Notfallrettung eingesetzt wird.
    Ebenso wird für den Krankentransport mindestens der Typ A2 gefordert, zu dessen Mindestausstattung jedoch noch Vakuum-Matratze, man. RR-Messgerät sowie ein Stethoskop gefordert werden