Die Entlastungspunktion beim Spannungspneumothorax

1.) Spannungspneumothorax

1.1.) Definition des Spannungspneumothoraxes

Der Begriff Spannungspneumothorax beschreibt die lebensgefährliche Komplikation eines Pneumothoraxes durch einen sogenannten Ventilmechanismus. Durch diesen Ventil-mechanismus dringt Luft in den Pleuraspalt ein, kann aber nicht wieder ausströmen. Folgen wären ein zunehmender Überdruck mit einem Totalkollaps der betroffenen Lunge, eine Mediastinalverdrängung zur gesunden Seite hin, ein Zwerchfelltiefstand und die Behinderung des Blutrückstroms in die großen thorakalen Venen.

1.2.) Symptome des Spannungspneumothoraxes

– schwerste Dyspnoe

– Zyanose (auch trotz Beatmung mit 100% O2)

– Einflußstauung

– Schock

– Schmerzen

– einseitig fehlendes Atemgeräusch

– Tachykardie, Puls kaum tastbar, Hypotonie

1.3.) Maßnahmen

– sofortige Entlastungspunktion mit einer großlumigen Venenverweilkanüle

– Thoraxdrainage

2.) Die Entlastungspunktion mit einer Venenverweilkanüle

2.1.) Material

Großlumige Venenverweilkanüle (z.B. 14 G oder 16 G)

2.2.) Punktionsstelle

4. ICR der vorderen Axillarlinie der betroffenen Seite

2.3.) Lagerung

– Rückenlagerung

– Oberkörperhochlagerung

2.4.) Technik der Notfall – Entlastungspunktion

– Aufsuchen und Markieren der Punktionsstelle

– Punktion der Haut mit der Verweilkanüle

– dann Vorschieben der Kanüle über dem Oberrand der 5. Rippe, bis die Interkostalmuskulatur spürbar passiert ist

– Metallkanüle etwa 5 mm zurückziehen und die Plastikkanüle waagrecht weiter schieben, bis spürbar (und hörbar) Luft entweicht

– Metallkanüle komplett heraus ziehen

– steril Abdecken und Fixieren

-> Beim Spannungspneumothorax ist die sofortige Druckentlastung des Pleuraraums durch die Punktion mit einer großlumigen Venenverweilkanüle lebensrettend!!!